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PolitikIsrael

Trump sichert Netanjahu volle Unterstützung zu

27. Juli 2024

Nach Terminen in der US-Hauptstadt Washington reist Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu nach Florida. Dort trifft er den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und der ist ganz im Wahlkampfmodus.

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Ex-US-Präsident Trump empfängt Israels Regierungschef Netanjahu
Donald Trump (l.) und Israels Premier Netanjahu gaben sich bei ihrem Treffen betont freundschaftlichBild: Amos Ben Gershom/IMAGO/ZUMA Press Wire

Bei einem Treffen mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat der republikanische Präsidentschaftskandidat und frühere US-Präsident Donald Trump seine politische Rivalin Kamala Harris scharf angegriffen. "Sie ist wirklich eine Zerstörerin. Ihre Bemerkungen waren nicht sehr nett in Bezug auf Israel", sagte Trump bei der Zusammenkunft mit Netanjahu in seinem Anwesen im US-Bundesstaat Florida. Trump fügte hinzu: "Ich weiß nicht, wie jemand, der Jude ist, für sie stimmen kann, aber das bleibt jedem selbst überlassen. Aber meiner Meinung nach war sie auf jeden Fall respektlos gegenüber Israel."

Vizepräsidentin Kamala Harris spricht in ihrem Wahlkampfhauptquartier in Wilmington
US-Vizepräsidentin Kamala Harris in ihrem Wahlkampfhauptquartier in Wilmington (22.7.24)Bild: Erin Schaff/The New York Times/AP/picture alliance

US-Vizepräsidentin und Präsidentschaftsbewerberin Harris hatte zuvor mit Blick auf die humanitäre Lage im palästinensischen Gazastreifen nach einem Treffen mit Netanjahu gesagt: "Wir können angesichts dieser Tragödien nicht wegschauen. Wir können es uns nicht erlauben, angesichts des Leids gefühllos zu werden, und ich werde nicht schweigen."

Volle Solidarität mit Netanjahu

Das Treffen zwischen Netanjahu und Trump war das erste persönliche Treffen zwischen den beiden Männern, seit Trump vor mehr als drei Jahren das Weiße Haus verlassen hat. Nach Angaben von Trumps Wahlkampfteam sicherte der Republikaner dem israelischen Premier Netanjahu in dem Gespräch volle Solidarität zu. Er habe Netanjahu versprochen, sich im Falle seiner Wiederwahl mit aller Kraft für Frieden im Nahen Osten einzusetzen und den Antisemitismus an US-Universitäten zu bekämpfen. 

Netanjahu habe bei dem Treffen die Verdienste Trumps um Israel in seiner Amtszeit von 2017 bis 2021 gelobt, hieß es weiter. Netanjahu rühmte Trumps Vermittlung bei den Verhandlungen des sogenannten Abraham-Abkommens. Unter der Ägide von US-Präsident Donald Trump schloss Israel 2020 die als Abraham-Abkommen bekannten Vereinbarungen zur Normalisierung der Beziehungen mit mehreren arabischen Staaten, darunter den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und
Marokko.

Treffen in heißer Phase des US-Wahlkampfs

Trump ist Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner und will nach der Wahl am 5. November wieder ins Weiße Haus einziehen. Der Empfang Netanjahus in Trumps Privatvilla fällt mitten in die heiße Phase des US-Wahlkampfs. Am Sonntag hatte sich der amtierende Präsident Joe Biden aus dem Präsidentschaftsrennen zurückgezogen. Seine Stellvertreterin Harris wird als Ersatzkandidatin von Biden und vielen Demokraten unterstützt.

Netanjahu befindet sich zurzeit auf einer mehrtägigen Reise in den USA. Am Mittwoch hatte er bei einer Rede vor dem US-Kongress das israelische Vorgehen im Gazastreifen verteidigt. Eigenen Angaben zufolge tauschte er sich am Rande der Rede auch mit Tech-Milliardär Elon Musk über Künstliche Intelligenz und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft aus. Am Donnerstag war er sowohl von Biden als auch von Harris zu separaten Gesprächen im Weißen Haus empfangen worden. 

Die USA haben ihren engen Verbündeten Israel seit dem beispiellosen Angriff der terroristischen  Palästinenserorganisation Hamas auf das Land am 7. Oktober militärisch und diplomatisch unterstützt. Über das militärische Vorgehen Israels hat es allerdings immer wieder Irritationen und Differenzen zwischen beiden Regierungen gegeben.

haz/se (dpa, afp)

Kritik an Netanjahus Besuch in Washington