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Stichwort: Ayurveda

13. Januar 2004

Alle reden von Ayurveda - doch was ist das eigentlich? DW-WORLD mit einer Einführung.

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Ayurveda ist eine der ältesten bekannten "Schulen" der Medizin. Ihr Ursprung liegt in der vedischen Kulturepoche Indiens, mehr als tausend Jahre vor unserer Zeitrechnung. Seitdem sind Aufzeichnungen über Diagnose, Rezepte und Therapien erhalten, meist in Palmblätter geritzt. Die klassischen Texte, auf die sich Ayurveda noch immer bezieht, entstanden etwa vom achten vorchristlichen Jahrhundert bis etwa 1000 nach Christus. Heute wird Ayurveda vor allem im südindischen Bundestaat Kerala praktiziert.

Das Wort "Ayurveda" kommt aus dem Sanskrit und bedeutet "Wissenschaft von der Verlängerung des Lebens". Die ganzheitliche Lehre von Ayurveda geht von der Gleichheit von Natur und Selbst aus und ist somit eng mit der Philosophie des Yoga verwandt, die aus derselben vedischen Phase stammt.

Anders als in der westlichen Medizin der Neuzeit betrachtet die ayurvedische Lehre ein Leiden nicht isoliert, sondern in der Gesamtheit des Menschen. Hinter vielen Krankheiten werden psychosomatische Ursachen gesehen.

Krankheit ist demnach ein Ungleichgewicht der drei Dhosas (Kräften) des menschlichen Körpers: Pitta (Sonne), die über Verdaunung und Stoffwechsel herrscht, Kapha (Mond) für Körperorgane und Knochen und Vata (Wind) für Bewegung, Nerven und Kreislauf. Beim gesunden Körper befinden sich die Kräfte im Gleichgewicht.

Diagnostiziert werden Krankheiten vor allem durch das Fühlen des Pulses, wobei nicht wie in der westlichen Medizin die Zahl, sondern die Qualität der Schläge beachtet wird. Hinzu versucht der ayurvedische Arzt beispielsweise familiäre Hintergründe, Lebensgewohnheiten und Charaktereigenschaften des Patienten in seine Diagnose miteinzubeziehen.

Therapeutisch werden Kräuterheilmittel verwandt, die aus der reichen Vegetation Keralas gewonnen werden. Hinzu können verschiedene Anwendungen wie etwa Öl-Massagen, Reinigungsmethoden und Aufgüsse kommen. (sams)