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Neuer Klub, neue Pespektive

Andreas Sten-Ziemons11. September 2015

Zehn Tage nach Ende der Transferperiode steht der 4. Bundesliga-Spieltag an. Viele Klubs haben innerhalb der Liga eingekauft. Daher geht es mit etlichen bekannten Gesichtern in neuen Trikots in die nächste Runde.

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Fußball Bundesliga, Präsentation von Julian Draxler und Dante beim VfL Wolfsburg (Foto: Peter Steffen/dpa)
Bild: picture-alliance/dpa/P. Steffen

Man konnte schon ein wenig durcheinander kommen bei den vielen Spielerwechseln innerhalb der Bundesliga kurz vor Ende des Transferfensters am vorvergangenen Montag. Da ging Schalkes Identifikationsfigur Julian Draxler schnell noch zum VfL Wolfsburg, Dortmunds Kevin Kampl kehrte, nachdem der Transfer ein halbes Jahr zuvor noch nicht zustande gekommen war, zu seinem Ausbildungsverein Bayer 04 Leverkusen zurück. Der eine Mainzer Südkoreaner Ja-Cheol Koo verließ den FSV in Richtung Augsburg, wo er bis 2013 schon einmal spielte, den anderen Mainzer Südkoreaner Joo-Ho Park zog es nach Dortmund, wo er zuvor noch nie gespielt hatte.

Bayerns Pierre-Emile Höjbjerg ist jetzt Schalker - im Gegensatz zu Stuttgarts Filip Kostic, der gerne nach Gelsenkirchen gewechselt wäre, aber nicht durfte. Höjbjergs Ex-Teamkollege bei Bayern, Dante, ist dagegen nun Wolfsburger. Aaron Hunt, bislang bei Wolfsburg beschäftigte Ex-Werder-Ikone, verließ den VW-Klub, noch bevor Dante angekommen war, und schloss sich dem Hamburger SV an, Werders Erzrivalen. Neben Hunt kehrten auch Kevin de Bruyne und Ivan Perisic dem VfL Wolfsburg kurzfristig den Rücken, wechselten aber dankenswerterweise nicht innerhalb der Bundesliga, sondern ins Ausland, wodurch man als neutraler Betrachter nicht vollends den Überblick verlor.

Draxler prominentestes neues Gesicht

Etliche Spieler werden an diesem Bundesliga-Wochenende, dem 4. Spieltag der Saison, ihr Debüt bei einem neuen Verein geben. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Draxler, dem wohl prominentesten und - mit kolportierten 36 Millionen Euro Ablösesumme - auch teuersten Kurzentschlossenen, der innerhalb der Bundesliga wechselte. Wo genau Draxler seine Premiere in Grün-Weiß feiern wird, ob auf der Bank oder auf dem Rasen und in welcher Position, ist allerdings noch nicht klar.

Julian Draxler beim Training des VfL Wolfsburg (Foto: Peter Steffen/dpa)
Nicht alles in Wolfsburg ist ungewohnt für Draxler - zumindest die Trainingskleidung ist blauBild: picture-alliance/dpa/P. Steffen

Der Weltmeister selbst hat vor seiner Bundesliga-Premiere mit dem VfL am Samstag beim FC Ingolstadt seine Vorliebe für die Nummer zehn bereits kundgetan. "Ich glaube nach wie vor, dass ich auf dieser Position am stärksten bin", sagte der 21 Jahre alte Neuzugang im "kicker". Bislang konnte sich das Riesen-Talent dort nie richtig verwirklichen: "Gerade am Anfang habe ich auf Schalke auch diesen Wunsch geäußert. Doch aufgrund der Personalsituation habe ich leider meistens links gespielt."

Ibisevic mit "dickem Hals"

Gerne überhaupt mal wieder spielen möchte ein Angreifer, der seine Qualitäten in bislang 202 Bundesliga-Spielen nachgewiesen hat, dabei immerhin 82 Mal traf und 28 Vorlagen lieferte: Vedad Ibisevic. Dennoch setzte der VfB Stuttgart den Torjäger in der vergangenen Saison nur 14 Mal in der Bundesliga ein, plante nicht mehr ihm und gab Ibisevic schließlich an Hertha BSC ab, den Gegner vom Wochenende.

Nachdem er vor vier Jahren als Hoffnungsträger aus Hoffenheim nach Stuttgart geholt wurde, musste sich Ibisevic nun anhören, dass er in das neue, schnelle und auf Tempogegenstöße getrimmte Angriffssystem des VfB nicht mehr hineinpasse. Das kann dem ehrgeizigen Bosnier nicht gefallen haben. Er tritt gegen seinen Ex-Klub daher wahrscheinlich mit ordentlich "dickem Hals" an und brennt nur so darauf, den Stuttgartern zu beweisen, dass sie ihn zu Unrecht in den vergangenen Monaten auf Bank und Tribüne haben versauern lassen. Neu im Stuttgarter Sturm ist unterdessen der Ex-Leverkusener Robbie Kruse. Der VfB lieh den Australier bis zum Saisonende aus.

Vedad Ibisevic hält sich die Hände vor den Mund (Foto: Bernd Weißbrod/dpa)
Hertha-Neuzugang Vedad Ibisevic war in Stuttgart nicht mehr erwünschtBild: picture-alliance/dpa/B. Weißbrod

FCB gegen FCA, BVB bei 96

Keine kurzfristigen Verstärkungen aus der Bundesliga zog Rekordmeister Bayern München an Land. Die Bayern empfangen am Samstag den FC Augsburg und werden versuchen, den vierten Sieg im vierten Saisonspiel einzufahren. Gleiches gilt für Tabellenführer Borussia Dortmund, der bei Hannover 96 antritt. Bayer 04 Leverkusen spielt zu Hause gegen Aufsteiger SV Darmstadt 98 und könnte dabei neben Kampl erstmals seinen Neuzugang von Manchester United, den Mexikaner Javier Hernandez, genannt "Chicharito", einsetzen. Das sogenannte Top-Spiel am Samstagabend bestreiten mit dem 1. FC Köln und Eintracht Frankfurt zwei Klubs, die ganz gegen den Trend völlig auf Last-Minute-Transfers verzichteten.

Ebenfalls ohne Neuzugänge aus dem Schlussverkauf versucht am Freitag Überraschungs-Schlusslicht Borussia Mönchengladbach, nach drei Auftaktniederlagen wieder einen Erfolg einzufahren. Gegner ist der Hamburger SV - mit Aaron Hunt. Am Sonntag spielt die TSG 1899 Hoffenheim gegen Werder Bremen, dass sich nach Ablauf der Transferperiode mit dem mittlerweile 37-jährigen vertragslosen Claudio Pizarro verstärkte. Zum dritten Mal nach 1999 (bis 2001) und 2008 (bis 2012) schloss sich der Peruaner den Bremern an. Anschließend wechselte er jeweils vom SV Werder zum FC Bayern. Davon, dass das ebenfalls ein drittes Mal passiert, ist diesmal allerdings nicht auszugehen.

Claudio Pizarro beim Training in Bremen (Foto: Carmen Jaspersen/dpa)
Zurück in Bremen: Claudio PizarroBild: picture-alliance/dpa/Carmen Jaspersen

Zum Abschluss der Runde kämpfen der FC Schalke 04 und der FSV Mainz 05 um Punkte - die Schalker ohne Julian Draxler, der FSV ohne einen einzigen Südkoreaner.