1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen

Herztod: Ghanaischer Fußballprofi stirbt während Ligaspiel

11. November 2023

In Albanien endet ein Ligaspiel tragisch: Raphael Dwamena aus Ghana bricht auf dem Feld tot zusammen. Der 27-Jährige ließ einen implantierten Defibrillator wieder entfernen und spielte gegen die Empfehlung der Ärzte.

https://p.dw.com/p/4Yhi0
Raphael Dwamena, ghanaischer Fußballspieler
Der ghanaische Fußballspieler Raphael Dwamena stirbt in Albanien auf dem SpielfeldBild: Daniel Marzo/Pacific Press/picture alliance

Der Ghanaer Raphael Dwamena, Stürmer des albanischen Erstliga-Tabellenführers Egnatia Rrogozhine, ist am Samstag während des Spitzenspiels seiner Mannschaft gegen den Tabellenzweiten Partizani Tirana gestorben. Nach 24 absolvierten Spielminuten brach Dwamena auf dem Platz zusammen und konnte trotz sofortiger ärztlicher Hilfe und der Einlieferung in ein Krankenhaus nicht erfolgreich wiederbelebt werden. Der ehemalige Jugendspieler von Red Bull Salzburg, der als Profi in Österreich, der Schweiz und Spanien spielte, wurde nur 27 Jahre alt.

"Wenn was passiert, bin ich schuld"

Dwamena war nicht zum ersten Mal mit Herzproblemen auf dem Feld zusammengebrochen. Im Januar 2020 war ihm daher in Spanien ein Defibrillator implantiert worden. Die Ärzte rieten ihm zudem davon ab, wieder Fußball zu spielen, Dwamena lief aber dennoch weiter auf. 

Das Gerät rettete ihm im Oktober 2021 das Leben, als es im Pokalspiel seines österreichischen Klubs FC Blau-Weiß Linz gegen den TSV Hartberg anschlug und sein Herz wieder in Gang setzte. Dwamena wurde damals ins Krankenhaus gebracht, das Spiel wurde abgebrochen. Allerdings ließ sich Dwamena den Defibrillator 2022 wieder entfernen und spielte fortan ohne das lebensrettende Gerät in der Brust weiter. "Ich habe kein Vertrauen mehr in die Technik. Ich nehme das ganze Risiko auf mich. Wenn was passiert, bin ich schuld", sagte er damals gegenüber dem Internet-Portal "20 Minuten". 

Der Albanische Fußballverband (AFL) sprach der Familie des Spielers nach dessen Tod in einer Erklärung "sein tiefstes Beileid" aus "für diesen großen Verlust, der die gesamte albanische Fußballgemeinschaft schockiert hat". Alle für dieses Wochenende angesetzten Spiele wurden abgesagt.

asz/gri (efe/NZZ/APA)