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Gaza-Proteste an US-Elite-Universitäten weiten sich aus

23. April 2024

Mehrere Elite-Hochschulen in den USA ringen seit Tagen damit, aufgeheizte Proteste rund um den Gaza-Krieg unter Kontrolle zu bringen. US-Präsident Biden spricht von Antisemitismus.

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Propalästinensische Proteste an der New York University
Die propalästinensischen Proteste an verschiedenen Hochschulen in den USA hatten vergangene Woche begonnenBild: Fatih Aktas/AA/picture alliance

An der New York University (NYU) sowie an der Yale University wurden nach Angaben der beiden Hochschulen am Montag Dutzende Demonstranten festgenommen. Sie hatten sich geweigert, nicht genehmigte Proteste zu beenden. An der Columbia University in New York blieben die Unterrichtsräume geschlossen. Die Uni hatte wegen der Proteste Studierende aufgefordert, zu Hause zu bleiben und stellte bis Semesterende auf Online-Unterricht um, wie der Sender CNN meldete.

Demonstrationen an mehreren Universitäten

"Wir wurden Zeuge von aufrührerischem, störendem und feindseligem Verhalten, das die Sicherheit unserer Gemeinschaft beeinträchtigt hat", teilte NYU-Sprecher John Beckman mit. "Wir haben auch erfahren, dass es einschüchternde Sprechchöre gab und mehrere antisemitische Vorfälle gemeldet wurden." Es habe "eine Reihe von Festnahmen" gegeben.

US-Präsident Joe Biden hatte zuvor Stellung zu den Ereignissen an den Unis genommen. "Ich verurteile die antisemitischen Proteste", sagte er und fügte hinzu: "Ich verurteile auch diejenigen, die nicht verstehen, was mit den Palästinensern los ist."

Propalästinensische Proteste an der New York University, jemand hält ein Schild mit der Aufschrift: palestine solidarity is not anti-semitism
Propalästinensische Proteste an der New York UniversityBild: Fatih Aktas/AA/picture alliance

An der Yale University seien 60 Protestteilnehmer festgenommen worden, teilte die Uni im US-Bundesstaat Connecticut mit. Auch am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) und an der University of Michigan kam es zu Demonstrationen.

US-Medien berichten über mehrere antisemitische Vorfälle

Begonnen hatte die Protestwelle an der Columbia University. Dort hatte die Polizei am vergangenen Donnerstag ein Zeltlager auf dem Campus geräumt und gut 100 Teilnehmer festgenommen. Doch die Proteste gingen weiter, weiteten sich auch auf andere Universitäten aus. Demonstranten errichteten den Berichten zufolge Zeltlager, störten Campus-Veranstaltungen. Es herrsche ein "Gefühl von Chaos", schrieb die "Washington Post".

Demonstrierende fordern Solidarität mit den Palästinensern und verlangen von ihren Hochschulen, finanzielle Beziehungen mit Israel zu beenden. Im Rahmen der Proteste seien aber auch einschüchternde Sprechchöre und mehrere antisemitische Vorfälle gemeldet worden, berichteten US-Medien. Jüdische Studierende äußerten Sorge um ihre Sicherheit. 

Der Streit über den Konflikt in Nahost entlädt sich an US-Unis seit dem Angriff der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober. Die Hamas wird von Israel, Deutschland, der EU, den USA und anderen Staaten als Terrororganisation gelistet.

pg/sti (dpa, afp, ap)